Shakespeare Regional Park

Unser heutiges Ziel lag nur fünf Minuten vom Übernachtungsplatz entfernt, der Shakespeare Regional Park. Am Ende der Halbinsel, komplett durch einen Zaun im Jurassic Park Style vom Festland getrennt, liegt dieser von Schädlingen befreite Vogelschutzort mit tollen Wanderwegen. Wir gingen eine große Runde und machten eine Mittagspause am Strand. Die Wege führen über weite hügelige Wiesen voller Schafe und Hereford-Rinser und durch feuchte Wälder mit einem kleinen Wasserfall. IMG_8187

Zurück am Parkplatz nutzten wir die Dusche am Strand, waren wir doch alle drei reichlich durchgeschwitzt. Die Sonne hatte uns ganz schön durchgebraten.

Auf dem Weg zu unserem nächsten Camping sprangen wir dann noch schnell in den nächsten New World um die Vorräte wieder aufzufüllen. Den Abend verbrachten wir auf dem “Waipu Coves Cottages and Camping” an der Küste und kochten eine leckere Suppe mit viel Gemüse und Hack in der Miniküche, die zum Glück gerade niemand anderes nutzen wollte. Sonst wäre es auch eng gewesen. Hier konnten wir uns mal wieder ganz viel auf deutsch unterhalten. Nachdem die Kiwiferien vorbei sind, sind eigentlich fast nur noch Deutsche unterwegs. Die Campingplatzbesitzerin hat schon vermutet dass der neuseeländische Premierminister in Deutschland höchstpersönlich Werbeschilder für das Reisen nach Neuseeland aufgestellt hat! 

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Kurztrip Auckland 

Am nächsten morgen war herrliches Wetter! Wir standen schnell auf um die Fähre um 8:45 Richtung Stadt zu nehmen. Pünktlich um 8:45 tutete das Schiff….als es an uns vorbei fuhr. Wir standen am falschen Anleger 🙈 Also erst mal Tisch und Stühle raus und in Ruhe frühstücken.

Um 10:30 kam die nächste Fähre und diesmal schafften wir es dann auch an Board.  

Auf der Überfahrt, welche übrigens sehr schön war, schnitt sich Olivia an einem Lüftungsschacht in den Finger. Ein bisschen Haut ab, aber das Geschrei war groß und der Schock der Eltern erstmal da. Die nette Dame an Bord brachte schnell die nötigen Mittel um die blutende (4 Tropfen) Wunde zu versorgen: Kühlpack und einen Schokoriegel zartbitter für die Kleine. Auf Nachfrage gab’s dann aber doch noch ein Pflaster. Da wir Auckland schon erreicht hatten, schlief Olivia im Buggy direkt ein und träumte bestimmt vom bösen Lüftungsschacht. Wir fuhren sie zunächst durch das Hafen- und Szeneviertel, bevor wir uns in den Großstadt-Jungle stürzten. In den Hochhausschluchten erst mal einen Sushiladen finden. Als alle drei gut gestärkt waren, kauften wir Pflaster und gute deutsche Heilsalbe von Weleda. Und schon war wieder Schlafenszeit. Philipp schob Olivia durch das Art Museum und Monika genoss die Sonne auf einem Platz mit Musik und Liegestühlen, wo Olivia später noch etwas mit den großen blauen Schaumstoffspielzeugen tobte.

  

  
 
    
 Noch ein kurzer Einkaufsbummel und schon ging die letzte Fähre zurück zu unserem Stellplatz. Von dort sahen wir Auckland im Licht der abtauchenden Sonne.
 

Indoor-Tag

Am Morgen brachen wir Richtung Auckland auf. Wir schlugen jedoch nicht den direkten Weg ein, sondern wählten die Panoramaroute um das Hunua Ranges am Meer entlang. Regen begleitete uns einen Großteil der Strecke. Nach gut einer Stunde erreichten wir die ersten Vorstädte von Auckland, als Philipp plötzlich merkte, dass er als Ziel die für später geplante Shopping mall eingegeben hatte, dabei wollten wir doch zunächst zu Chipmunks, ein Indoor Spielplatz für Olivia! Also sofort links ran fahren und eine neue Route eingeben. Hoffentlich ist es nun nicht so weit…..aber siehe da, das eigentliche Ziel lag direkt vor unserem Augen, wir waren zufällig zum Route neu eingeben auf den Parkplatz von Chipmunks gefahren. Die Spielland-Kette kannten wir schon aus Touranga, es handelt sich um eine Indoor-Spielplatz-Plastik-Welt. Der Vorteil ist wirklich nur das es Indoor ist und Babys bis ein Jahr mit ihren Eltern keinen Eintritt zahlen müssen!    

   
Die Filiale in Aucklands Süden war anders als in Tauranga hell und freundlich mit Tageslicht. Es gibt einen null bis zwei Jahre Bereich nur mit weichem Spielzeug, einen Bereich bis fünf Jahre mit Spielküche, Klettergerüsten und Rutscht. Olivia ist eine gepolsterte Treppe mit 10 Stufen nach oben gekrabbelt und hatte riesen Spaß beim rutschen gehabt. Nachdem sie dann ihren Obstbrei gegessen und allen anderen Kids bei Pommes und Pizza zugeschaut hatte – was andres gibt es da nämlich mal wieder nicht – fuhren wir weiter zur größten mall Neuseelands. Regentagprogrammpunkt Zwei. Dort trafen wir Emil und seine Eltern wieder und aßen noch gemeinsam….dreimal dürft ihr raten….Sushi. Ja wir mögen es immer noch!

Im Anschluss schlief Olivia glatte zwei Stunden und wir nutzen die Zeit zum shoppen. Danach stürzten wir uns in die Rushhour und durchquerten die Stadt auf dem SH1. Gefühlt das ganzes Land muss dabei durch das Nadelöhr, die Harbour-Bridge. 

Nördlich von Auckland fuhren wir sodann auf die Halbinsel an der Ostküste bis Gulf Harbour. Der Nobelort aus Villen, Golfplätzen und Jachthafen bietet einen kostenlosen Platz zum campen, direkt am Wasser und mit Blick auf die Skyline der Stadt. Das war aber alles bei Ankunft erst mal egal. Es goss aus Eimern und die Toilette am anderen Ende des Platzes war schon fast zu weit bei dem Wetter. Also blieben wir im Camper und der Regen prasselte die ganze Nacht auf unser Dach.

   

Über New Chums Beach nach Coromandel Town

Nachdem es dann in der Nacht den angekündigten Regen gegeben hat, erwachten wir an einem wunderschönen Morgen an diesem wunderschönen Campingplatz. Es gab auch eine Überraschung: auf dem Nachbargrundstück stand ein neues Haus! Es wurde über Nacht auf einem riesigen Truck geliefert und die Arbeiter waren jetzt dabei es einzubuddeln und zu verankern. Witzig hier mit den Häusern! Während wir den Arbeitern von weitem zusahen frühstückten wir auf der schönen Veranda der Küche (von der Olivia am Abend zuvor kopfüber heruntergefallen war – zum Glück nix passiert). Die beiden supersympathischen Kanadier (mit zum Teil deutschen Wurzeln) frühstückten mit uns und waren ganz erstaunt als wir Fleisch in Form von Salami und Leberpastete aufs Frühstücksbrot machten. Da ist Kamada mit den USA gleichauf, zum Frühstück gibt es Süßes! Aber sie kannten das von den deutschen Verwandten aus dem Taunus und fanden es lustig dass wir das auch so machen. Wir haben dann noch so einiges über die beiden Länder und deren Gewohnheiten ausgetauscht und fanden die Begegnung sehr nett! Olivia mochte die beiden auch und hat sich gern bespaßen lassen.  

Dann müssten wir weiter. Der New Chums Beach war nur 15 Minuten entfernt und gehört weltweit zu einem der top 100 Strände! Der Fußweg dauert etwa 15-20 Minuten und ist doch recht holprig und nicht gut präpariert. Insbesondre geht er am Anfang über Felsen durch das Meer, ist also Gezeitenabhängig. Das Klettern am Meer entlang, zum Teil über Felsen, zum Teil durch den Wald über Baumwurzeln machte riesigen Spaß. Und der schöne raue und einsame Strand entlohnte sowieso für den Weg dorthin. Wirklich ein magischer Ort. Trotz rauem Wetter war es wunderschön. Und wir hatten noch Glück, kein Regen und es war warm. Nur windig und viele Wolken. 

   
   

Weiter ging es dann rund eine Stunde nach Coromandel Town. Die Kleinstadt an der Westküste der Halbinsel hat neben einem Spielplatz, einigen Cafés und einem Museum recht wenig zu bieten. Aber ganz niedliche Häuschen im Western-Stil. Zunächst verschafften wir uns einen Eindruck und erkundeten den Ort. Das Wetter war zumindest trocken und so saßen wir längere Zeit vor einem Café und besuchten im Anschluss den Spielplatz. Zurück am Camper kam gerade ein deutsches Paar neben uns an. Ein Glücksfall, wir machten zusammen mit Benno und Regina Abendessen und Olivia freute sich auch mal ein kleineres Baby zu sehen, erst sechs Monate alt war die süße Charlotte. Olivia wollte diesmal nicht so recht in den Schlaf finden, eine Erkältung bahnte sich an. Trotzdem spielten wir noch lustiges Beruferaten und hatten einen sehr netten Abend. Eine sehr nette Begegnung 😊  

 Am Morgen frühstückten wir dann leider nicht mehr zusammen, der dicke Regen war da. Gespräche nur noch von Fenster zu Fenster oder unter der Markise, welche den Nachbarcamper schmückte, möglich.

Schade dass es nur ein so kurzes Treffen war, wir trennten uns und fuhren in unterschiedliche Richtungen weiter. Unser Weg führte nach Thames, wo wir bei Pak’n Save die Vorratskammer auffüllten, dann Mittag aßen und anschließend erst den Spielplatz mit zwei anderen deutschen  Paaren und ihren Kindern teilten, bevor es für Monika ins Café und Papa und Olivia zum schlafen beim Stadtbummel ging.

  Der angesagte Regen verschonte uns zunächst, zwang uns dann aber doch, einen richtigen Campingplatz anzusteuern. In Miranda machten wir halt und gingen erst mal in den platzeigenen  Hot Pool. Auf dem Platz war eine Schulklasse einer Jungenschule. Die Schüler im Alter um die 14 Jahre waren auffällig höflich und die Lehrer hatten sie bestens im Griff. Am Abend in der Küche trafen wir die nächsten Deutschen. Ein paar aus Frankfurt mit dem einjährigen Emil.

Bei der freundlichen aber übergewichtigen Schulklasse gab es zum Abendessen Burger und zum Nachtisch süßen Milchreis mit Dosenpfirsichen und für jeden einen Tüte Chips.

Während des Kochens unserer aufwändigen Fischsuppe sagte Philipp noch spaßeshalber, wir können eigentlich  bei den Burgern mitessen da bleibt bestimmt was übrig. Kaum war die Suppe auf dem Tisch kam ein Schüler zu uns und meinte, wir können gerne auch Burger essen. Das Angebot konnten wir dann nicht ausschlagen. Lecker wars und Fischsuppe gibt’s dann morgen 😊

 

Cathedral Cove & Cooks Beach

Nachdem das Wetter eigentlich heute umschlagen sollte, sah es am Morgen sonnig und schön aus, als wir von unserem Camper den Weg zur Cathedral Cove antraten. Es ging bergauf und bergab und nach 25 Minuten waren wir schon da, an einem der meist fotografierten Plätze Neuseelands. Nur wenige Menschen hatten so früh den Weg zum Traumstrand angetreten, so das der ins gleißend helle Sonnenlicht getauchte Strand herrlich war.

Wir hielten uns dort eine Weile auf, spazierten durch den Torbogen der Cathedral Cove und genossen die Wellen.

    
 Zurück am Carpark begann der Touristen-Wahnsinn. Bereits eine Schlange von Pkws und Campern wartete darauf das wir unseren Stellplatz frei machen. Alle wollen hinab zum Beach. Wir waren also umso mehr bestätigt, die frühen Vögel an diesem Tag gewesen zu sein!

Den Mittag verbrachten wir am Cooks Beach, einem verschlafenen Nest, mit einem Angelshop, einem Lebensmittelmarkt und einem Shop der größer war als die beiden anderen zusammen: Der Likörshop! Menschen waren trotz einstündigem Rundgang nicht anzutreffen, entweder sie waren alle am schönen Strand oder im Likörshop. Das wöchentliche Altglas das in einer Plastikbox vor jedem Haus stand, legt die Vermutung nahe, dass die meisten Bewohner den Likörshop bevorzugen. 

Am Nachmittag fuhren wir denn noch weiter bis Te Rerenga, was an der Coromandel Ostküste liegt, parallel zu Coromandel Town, welches an der Westküste der Halbinsel ist.

Der dortige Campingplatz war einer der besten die wir auf unserer Reise hatten. Sehr liebevoll errichtet und äußerst gepflegt, dazu wunderschön eingerahmt von der Natur. So macht Campen Spaß! Dazu noch sehr nette Nachbarn aus Kanada, welche Olivia gleich als Enkeltochter adoptierten, denn sie vermissten ihre ebenfalls elfmonatige Enkelin zu Hause in Kanada. Gute Gespräche am Abend und beim Frühstück über Reisen, Land und Leute. Wirklich sehr freundliche Menschen die Lust auf einen Kanadaurlaub gemacht haben und die wir dort dann bestimmt besuchen werden falls wir mal hinkommen. 

Goldmiene & Hot Water Beach

Wir fuhren wie immer um 10 Uhr vom Camping los. Erster Stopp war Waihi, ein Golddorf, wo wir einen einstündigen Spaziergang um eine aktive Goldmiene machten. Ein beeindruckendes Loch im Boden und ein willkommener Schlafweg für Olivia!  

Weiter ging es nach Tairua, Mittagessen – natürlich Sushi – und ein langer Spaziergang an der Lagune entlang. Außerdem war plötzlich der Akku der Kamera am Ende und so nutzten wir die Ladezeit im Café um uns etwas auszuruhen.    

  Und noch ein Ziel stand auf dem Plan an diesem Tag, der Hot Water Beach. Olivia und Philipp suchten sich ein freies Loch am Strand und bauten es mit den Händen und der gemieteten Schaufel weiter aus, während es sich kontinuierlich mit 50 Grad heißem Wasser füllte, das einfach aus dem Strand kam. Gott sei dank war am unteren Ende des 2qm Lochs noch eine kalte Quelle, sonst wären die beiden nach 30 Minuten “gut durch” gewesen. So waren es dann gemütliche 38 Grad, was aber die kalte Dusche am Schluss für Olivia nicht unbedingt erträglicher machte. 

 Die letzte kurze Fahrt und wir erreichten am Abend den Carpark der Cathedral Cove, unserem morgigen Abenteuer. Nach einigem hin und her ob unser Stellplatz legal sei, verbrachten wir eine ruhige Nacht direkt am Ausgangspunkt unserer nächsten Wanderung. Bevor es ins Bett ging kam noch ein deutsches Paar mit zwei Kindern vorbei und als wir Olivias Namen erwähnten, fragten sie uns, ob wir bloggen würden, sie hätten gerade noch unseren Beitrag zum Tongariro Crossing gelesen. Das hat uns natürlich sehr gefreut. Und den Zufall uns hier auf dem Parkplatz zu treffen fanden wir sehr witzig. Wir wünschen den Vieren an dieser Stelle nochmal eine tolle Reise!

 

Nebenstrecke 

Heute wollen wir mal endlich unseren Camper vorstellen: Jucy Chaser. Er ist erstmal grell, grün, cool und klein.

  
Aber wir wollen mal etwas genauer hinschauen und die Vor- und Nachteile des grünen Gefährts aufzeigen. 

Es handelt sich um einen Toyota Hiache der mit einem Alcovenaufbau vergrößert wurde. In der vorderen Sitzreihe ist rechts der Fahrersitz (es ist ja Linksverkehr), links der Beifahrer und dazwischen trohnt Olivia in ihrem Kindersitz. Es ist also eine durchgehende Sitzbank wobei die Mitte etwas hoch geht und wegen der davor befindlichen Armaturen und Schaltung keinem Erwachsenen einen ordentlichen Sitzplatz bieten würde. Wir sind ja schließlich auch ganz ordentlich unterwegs, bisher 5.000 km!

Anfangs waren wir mit dem Kindersitz an sich nicht zufrieden. Zu aufrecht saß Olivia dort drin. Schlafen war mehr als schwierig. Aber nachdem wir die Neigung des Autositzes etwas nach hinten verändert haben und Olivia auch etwas größer geworden ist, passt es nun recht gut.

  
Der Wagen hat nur die drei Sitze vorne. Hinten gibt es im Tagmodus nur eine Eckbank die aber zum Mitfahren nicht erlaubt ist. Den Umbau zum Tagmodus haben wir lediglich zwei mal gemacht, als uns ganz am Anfang mal der Regen nach drinnen gezwungen hat. Ansonsten lassen wir eigentlich immer die Schlaffläche unten als Wickel-,Spiel-, Aufenthalts- und Schlafebene. Zwischen Seiten-Schiebetür und Bett ist noch der Kühlschrank der wunderbar funktioniert und auch das Eisfach hilft, die selbstgemachte Babynahrung einzufrieren. Neben dem Kühlschrank befindet sich noch die Schalterleiste, Licht (6 LED Lampen einzeln steuerbar – auch eine draußen und eine im Bad), Kühlschrank der natürlich immer läuft, Wasserpumpe für die Spüle und Dusche und ACC für Radio, TV, DVD und vor allem USB Anschluss um die Smartphones zu laden.

  
Unter der Schlaffläche steht noch Monikas und Olivias Tasche an die man von der Seite aus ran kommt. Außerdem noch die Schuhe. Und es gibt Nicholas drei Staufächer, eins mit Olivias Wintersachen, eins als Vorrat für Windeln, Taschentücher usw. und ein großes für den Indoor-Tisch, die Trage, überflüssiges Bettzeug, Putzsachen usw.

Hinter der unteren Schlafebene ist dann die Küche auf einer Seite und das Bad auf der anderen. Erreichbar ist der Bereich von vorne, oder auch durch das Öffnen der Heckklappe von hinten.
Die Küche besteht aus einer Spüle mit normalem Hahn und einem eingebauten zweiflammigen Gasherd. Darunter befinden sich Schränke und darüber Netze, praktisch als Hängeschrank.

Das Bad haben wir genommen, da wir mit Olivia gerne diesen Komfort haben wollten. Genutzt haben wir es aber bisher lediglich als Lagerraum für Campingstühle, Tisch, Trinkwasser, Essensvorräte, Schuhe und Spielzeug. Trotzdem hat es noch einen weiteren Vorteil. Auch wenn wir stets Plätze mit Toilette zum Übernachten suchen, darf man vielerorts nur stehen wenn man Self Contained ist, also bis zu vier Tage mit eigener Toilette und Dusche klar kommt. Wir mögen nur nicht am Morgen die Chemietoilette sauber machen, trotzdem ist Es gut zu wissen beides zu haben wenn man es doch mal braucht. Die Toilette ist übrigens ein ganz normales Klo wie wir es kennen. Und auch die Dusche ist heiß und gut!

Die Hälfte der unteren Schlafebene wird durch eine obere Schlafebene überlappt. Diese geht dann aber noch über die Fahrgastkabine hinaus und hat am Ende ein Panorama-Sternenfenster. Dafür ist diese Ebene nur rund 65cm hoch. Also reinklettern und schlafen. Dort lagern noch unsere Regensachen, Philipps Tasche und alles was am Tag auf der unteren Fläche stört.

Dann haben wir noch einen TV mit DVD den wir aber noch nie benutzt haben. Eine Soundanlage die echo gut ist und ein paar Netzte an den Wänden als Stauraum. 

Insgesamt ist es eng! Wir hatten aber bisher so viel Glück mit dem Wetter, dass wir fast immer alles draußen gemacht haben. Hätte es mal zwei Wochen geregnet, wäre es schon sehr eng gewesen. Es fehlt einfach eine Sitzecke und Raum zum Spielen für Olivia. Aber den hat sie ja meist draußen. Drinnen ist es schwierig da sie hinten zur Küche und an der Seite zur Tür hin von der großen Fläche runter fallen kann. Also muss man immer dabei sein!

Wir haben ein Netz gekauft, was wir vor die obere Ebene machen können. So kann man sie am Abend nach oben legen und sich unten aufhalten. 

Etwas mehr Stauraum wäre auch schön, Gepäck für drei Monate in einem vier Klimazonen-Land muss irgendwo hin! Der Buggy fährt in der Küche mit und wire am Camping vorne auf den Beifahrersitz gepackt. Umräumen ist tägliches Programm. Und Ordnung halten oft nicht leicht, zu viele Sachen auf engstem Raum. 

Der Toyota hat leider einen schwachen Motor. Die Berge sind wir zwar alle hoch gekommen aber etwas mehr PS hätten uns nicht dabei zum Hindernis für andere Reisende werden lassen. Dass der Wagen Automatik hat ist hingegen angenehm, sonst würde man sich hier in den Hansen Bergen einen Wolf schalten. Nicht so angenehm sind die Tankstellenbesuche. Zu oft heißt es links raus fahren und tanken. 11-14 Liter Verbrauch und kein Diesel bei Preisen um 1,40 € sind bei den vielen Kilometern schmerzhaft. 

Gut hingegen ist der Service von unserem Anbieter Jucy. Zwei mal hatten wir eine Kleinigkeit (Luftblase im Wassertank und Sicherung der Pumpe) und beide Male hat man uns prompt geholfen. Außerdem wurde in Wellington zwischendrin ein Check gemacht, was bei der langen Mietdauer auch Vertrauen erweckte. 

Andere Reisende hatten nicht so viel Glück, unser kleiner Grüner war fast neu, andere sind schon 250.000 km unterwegs gewesen und dementsprechend ist dann auch der Zustand. Da können wir aber nicht klagen.

Fazit: klein aber fein! Man kann es so machen, evtl. würden wir aber nochmal ein paar (tausend) Euro mehr zahlen und ein richtiges Wohnmobil nehmen wenn wir die gleiche Reise wiederholen würden.

In Noten:

Style Faktor 1+

Fahrbarkeit 2-

Ausstattung 2

Zustand 1

Aufteilung 1-

Platzangebot 4

Gesamt 2

Waihi Beach

Unsere heutige Fahrt dauerte genau 5 Minuten und schon waren wir am Ziel, der Waihi Beach Top 10 Holiday Club. Camping Deluxe, mit Pool, Spa, Fitnesstudio und allem was man so braucht. Den Tag über verbummelten wir im Pool und im “under5-playroom”. Unsere Nachbarn in der Nebenparzelle haben ein 10 monatiges Baby und sind aus den Niderlanden und Canada ausgewandert. Natürlich gibt es da immer was zu erzählen! Philipp nutzte den Fitnessraum gleich zwei mal und kam ordentlich ins schwitzen. Bereits 15kg sind runter, seit dem wir vor etwas über zwei Monaten die Tour gestartet haben. Eigentlich war für den Aufenthalt hier eine Wanderung geplant und so beschlossen wir am nächsten morgen, noch eine Nacht dran zu hängen und die Wanderung am Morgen zu machen. Die Entscheidung war richtig, die Wanderung war top! Und war es anfangs noch bewölkt, wurde es am Nachmittag immer schöner und heißer. 

Die Wanderung direkt an der Steilküste entlang, führte uns nach knapp einer Stunde zu einer traumhaften großen Bucht mit starken Wellen – Orokawa Bay. 

Aus dem Hang hinter dem Strand floss ein kleiner Bach der auf dem Strand einige kleine klare Süßwasserbecken bildete. Gespickt mit ein paar großen Steinen der perfekte Naturspielplatz für Olivia. Den Rückweg schlief sie wie auch schon auf dem Hinweg in ihrer geliebten Trage.

Zurück im Camping-Club ging es dann nochmal in den Pool!

   

  

Glück auf in Waihi

Nachdem wir das Auenland aus Herr der Ringe und der Hobbit besucht und mit unserer zufälligen Reisebekanntschaft – ein ziemlich nettes Paar aus Augsburg – noch lange auf dem Parkplatz gequatscht hatten, ging es am Nachmittag weiter nach Waihi Beach. Auf dem Weg gab es dann noch einen spannenden Zwischenstopp in einem Gebiet mit einer Schlucht und einem Fluss, wo früher Gold abgebaut wurde. Ein nationales Erbe und für die Kiwis mir ihrer kurzen Historie ein geschichtsträchtiger Ort. Für uns auf jeden Fall sehenswert, die alten Schienen im Urwald, Tunnel, stockdunklen Stollen und Ruinen. Da wir schon spät dran waren, tauchten wir nicht so weit in die Vergangenheit ein, sondern machten nur eine 30 minütige Wanderung durch das Gebiet. Das war aber auf jeden Fall – nicht zuletzt wegen der erneut tollen Landschaft – eine gute Entscheidung. Dann noch mal 30 Minuten fahrt und wir waren wieder auf einem dieser kleinen Parkplätze mit Toiletten direkt am Strand. Und wie immer waren unsere Kiwi Nachbarn in ihren Wohnmobilen – es standen außer uns noch  vier andre dort – äußerst nett und plauschwillig. Da fühlt man sich doch immer gleich richtig wohl. Ein toller Strand und nach dem wolkenverhangenen Morgen wurde der Abend dann nochmal sonnig und schön.