Um 9:45 gingen wir an Bord der R. Tucker Thompson. Der Zweimaster – ein 30 Jahre altes Replikat – kreuzt im Sommer durch die Bay of Islands und dient den Rest des Jahres als Segelschulschiff.

Die dreiköpfige Crew hätte man auch nach einem Kleidungswechsel direkt auf die Plack Pearl zu Captain Jack Sparrow stecken können, echte Seebären eben.

  
  
Langsam fuhren wir aus dem Hafen, kaum Wind der uns Fahrt bringen könnte. 

Es gab Marmeladenbrote – Scones – an Deck und die ersten “Hilfsmatrosen” übten sich im erklimmen des schwankenden Mastes – und eine der Mutigen saß anschließend für den Rest der Fahrt mit weißer Nase auf dem Schiffsboden bzw. lag in der Koje.

  
Das Wetter war toll und als wir die ersten Inseln umschifft hatten, hieß es dann auch Segel setzen. Olivia hielt ihren Schlaf auf Papas Rücken und das letzte Stück zu unserm Ankerplatz segelten wir ohne Motor. 

Vor einer malerischen Bucht gingen wir vor Anker. Das Beiboot war Gott sei dank kein löchriges Ruderboot wie im Piratenfilm, sondern eine motorisierte Schlauchboot-Nussschale. Mit jeweils 16 Leuten besetzt tuckerten wir an den Strand. Einige erkundeten die Insel, wir zogen es aber diesmal vor uns in das klare Wasser zu stürzen. Olivia sortierte die Muscheln am Strand einmal ganz neu und Monika schwamm zum Segelschiff und zurück. 

  
Nach einer Stunde ging es zurück an Bord, dort angekommen stürzten sich alle erst mal auf die vorbereiteten Teller mit Hähnchen, Kartoffelsalat, Brot und Salat. Die Bar bot Gott sei dank nicht nur faules Wasser und die zwei Schweizer die wir schon vor einer Woche auf einem Campingplatz gesehen hatten, waren gute Gesprächspartner.

Der Rückweg hatte dann auch das, was Segeln ausmacht: Wind! Also rauf an Segeln was geht und volle Fahrt voraus!

Philipp trotze der Höhenangst und stieg in den Mast, ein tolles Gefühl. Im richtigen Moment stieg er dann noch ins Bugnetz, nämlich als um das Schiff Delphine auftauchten und direkt unter dem Bugnetz schwammen. Monika gelang der passende Schnappschuss dazu! Olivia verpasste das Spektakel und schlief. 

   
 Das Erreichen des Piers in Russell kam fast zu früh, so toll war der Törn. Aber etwas Schatten unter den Bäumen am Ufer war nun auch nicht schlecht und Olivia konnte noch eine ausgiebige Runde krabbeln, auch wenn sie trotz zahlreicher Versuche die Möwe heute schon wieder nicht fangen konnte. Dafür machte sie einen anderen wichtigen Schritt im Leben, sie konnte plötzlich klatschen!

Wir ließen den Abend diesmal beim Inder ausklingen, das Essen schmeckte uns heute ausgezeichnet und auch Olivia verputzte ihren Brei wie selten. Die gute Seeluft macht hungrig!

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